Berlin ist eine – wenn nicht sogar DIE – Graffitihauptstadt Europas. Berlin ist immer in Bewegung und ein Meltingpot der internationalen Graffiti- Streetart- und Kunstszene. Umso schöner, dass es seit 2018 auch ein Muralfestival in Berlin gibt. Meist sind die Wände von solchen Veranstaltungen allerdings den Charactermalern und Streetartkünstlern vorbehalten, da dies scheinbar einfach besser an die Öffentlichkeit zu verkaufen ist. Typen, wie ich, die sich mit Buchstaben auseinandersetzen, stehen bei großformatigen Produktionen meist in der zweiten Reihe, denn niemand kann sich ein riesiges Graffiti an seiner Wand vorstellen. Und genau das möchte ich ändern: Ich möchte gern zeigen, dass auch ein Style auf überdimensionaler Größe hervorragend als Wandgestaltung um urbanen Raum funktionieren kann. Daher habe ich mich natürlich umso mehr über die Einladung zum diesjährigen Berlin Muralfest gefreut. Man gab mir in einem unschlagbar guten Lineup zwischen SMUG, MAD C, ARYZ, PICHIAVO oder OKUDA die Möglichkeit, komplett ohne Beschränkung einfach mein Ding zu machen. Was will man mehr? 34 Meter hoch, 12 Meter breit – das klingt nach Spaß aber eben auch nach einer Menge Planung, denn diese Chance wollte ich nicht verzocken. Einen Assistenten hatte ich mit meinem ehemaligen Mitbewohner und Studienkollegen Ronald aka Dokor YO auch schnell gefunden: Ein zuverlässiger und sehr ehrlicher Homie, der auch sagt, wenn was nicht stimmt und nicht nur den Bauch mit Lobeshymnen pinselt.

Nach 10 Tagen Russland konnte mich in Sachen Warten, Fehlplanung oder Problemchen eigentlich nichts mehr aus der Ruhe bringen. Umso mehr schätzt man es, wenn plötzlich alles wie von selbst läuft. Manchmal mag ich die deutsche Mentalität schon sehr.

Mein Partner Molotow hatte mich mit einer ordentlichen Ladung besten Materials ausgestattet und die Jungs von den Dixons mir die richtige Menge an Fassadenfarbe organisiert, denn dies ist gerade bei einer recht rauhen Fassade sehr schwer einzuschätzen. Ebenso vielen Dank an die Jungs von Graco Berlin, die mir mit einer Menge Knowhow sehr geholfen haben.

Insgesamt hatte ich mir ca. 5 Tage für die Wand eingeräumt, welche ich auch gebraucht habe. Denn allein die großen Flächen wegzurollen, ist schlicht und einfach harte Arbeit. Umso schöner, wenn man dann endlich die Dosen auspacken und das Fatcap walten lassen kann.

Die Bevölkerung im doch etwas speziellen Marzahn-Hellersdorf war auch durchweg superentspannt und man merkte schnell, wie toll sie es fanden, dass endlich mal etwas Farbe in ihren Block kommt.

Und um nicht komplett die ganze Zeit nur auf dem Lift zu stehen, hatte ich noch ein kleines spontanes Spraydate mit dem Homie SamyDeluxe vereinbart, der noch die Berliner Graffiti Newcomerin Honey mit im Gepäck hatte. Zusammen hatten wir einen ganz hervorragenden Tag an einer Hall of Fame in Berlin Lichtenberg.

Ebenso haben mich die Homies des spanischen Duos Pichiavo angehalten, doch ein paar Throwups mit ihn ihr Mural zu malen. Das wollte und konnte ich mir nicht entgehen lassen. Also hab ich mit meinem Buddy Tank aus Berlin noch nen kurzen Abstecher nach Kreuzberg gemacht und meinen Teil beigetragen. What a pleasure!

Nachdem ich dann noch die letzten Handgriffe an meinem Mural gemacht hatte, ging es nach einer kleinen Abschlussparty dann auch wieder zurück Richtung real Life. Ein Job war noch zu machen und dann sollte es endlich heissen: Southafrica is calling.

Vielen Dank nochmal an DIE DIXONS und ihre vielen Helfer und Mitarbeiter für die tolle Zeit in Berlin. War richtich jut!

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